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Umsatz [in Mio. EUR]

Auftragseingang [in Mio. EUR]
 

Ein gutes Jahr für die Wasserkraft

Nach einem starken ersten Halbjahr mit hohem Vergabevolumen an Großprojekten kamen im zweiten Halbjahr, bedingt durch die zeitliche Projektentwicklung auf Kundenseite, weniger Projekte zur Vergabe. Der Hydro-Weltmarkt stabilisiert sich annähernd auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Analog stellt sich die Situation für Voith Hydro dar: Nach einem starken Auftakt im Geschäftsjahr 2008/09 verlangsamte sich die Vergabe insbesondere von Großprojekten gegen Ende des Berichtszeitraums deutlich. Im Small-Hydro-Segment, d. h. bei Wasserkraftwerken unter 30 MW Leistung, zeigte sich im Berichtszeitraum ein deutlicher Rückgang der Vergabevolumina. Grund hierfür waren die erschwerten Finanzierungsmöglichkeiten für Auftraggeber und Betreibergesellschaften. Voith Hydro ist dennoch sehr zufrieden mit dem Geschäftsverlauf im Jahr 2008/09.

Aufträge aus allen Wirtschaftsregionen der Welt
Im Wachstumsmarkt China kam der Zuschlag für zwei Großprojekte: Am Jinsha River (Goldsandfluss), dem Oberlauf des Jangtse, entsteht eines der größten Wasserkraftwerke Chinas (Kapazität: 12 600 MW), für das Voith Hydro Generatoren und Turbinen liefert. Ebenfalls am Jinsha River entsteht derzeit das Wasserkraftwerk Liyuan, das ab 2012 eine Leistung von 2 400 MW bereitstellen soll. Hierfür werden vier Francis-Turbinen sowie weitere Ausrüstung gefertigt.

In den USA wird Voith Hydro den Captain-Meldahl-Damm am Ohio River mit Generatoren und Turbinen ausrüsten. Dies ist bereits der vierte Großauftrag innerhalb von zwölf Monaten für den Umbau eines Flussbauwerks am Ohio River, den der Betreiber American Municipal Power an Voith vergeben hat.

In Brasilien sicherte sich Voith Hydro als Konsortialmitglied zwei Großaufträge am Rio Madeira. In Europa hat sich der Markt für Wasserkraft stark belebt. Neue Projekte werden beispielsweise am Fluss Rio Sil in Galizien/Spanien, in Esslingen/Deutschland oder Pernegg/Österreich realisiert.

Weiterer Ausbau der Fertigungs- und F&E-Kapazitäten
Im Berichtszeitraum wurde verstärkt am Ausbau der weltweiten Produktionsstandorte gearbeitet. In den Wachstumsmärkten wurden zusätzliche Fertigungskapazitäten geschaffen und die fachliche Qualifikation der Mitarbeiter weiter gefördert, um die vorhandenen Aufträge vor Ort optimal zu bearbeiten.

Mit Inbetriebnahme einer neuen Generatorfertigung in Shanghai/China hat Voith Hydro die Position als einer der führenden Ausrüster für Wasserkraftwerke in China und Asien gestärkt. In Varadora/Indien entstand im Geschäftsjahr eine neue Fertigungsstätte für Ausrüstung von Small-Hydro-Anlagen. Am Standort Mississauga/Kanada wurde die Fertigung umfassend modernisiert. Von hier aus werden weltweit alle Projekte mit Polspulen für Generatoren beliefert.

Neben dem Ausbau und der Modernisierung der Fertigungskapazitäten investierte Voith weiter in die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten. Die umfassende Modernisierung der „Brunnenmühle“ in Heidenheim/Deutschland ist erfolgreich abgeschlossen. Das Unternehmen unterhält damit heute ein weltweit führendes Forschungs- und Entwicklungszentrum für Wasserkraft.

Meeresenergie als neue Form der Wasserkraft
Einen entscheidenden Schritt in Richtung Marktreife für die Meeresströmungstechnologie verspricht sich der Konzernbereich von der Zusammenarbeit mit dem Energiebetreiber RWE. Zusammen mit der Tochtergesellschaft RWE Innogy als Minderheitsgesellschafter (20%) betreibt Voith Hydro (80%) seit Juli 2009 ein Joint Venture, das die Entwicklung, Produktion und Vermarktung dieser innovativen Technologie fördern soll.

Neuer Firmenname
Bei der Gründung des Joint Venture „Voith Siemens Hydro Power Generation“ im April 2000 hatte Siemens seinen Markennamen für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt. Die Nutzung dieses Namensrechts ist im Berichtszeitraum ausgelaufen. Seit 1. April 2009 firmiert der Konzernbereich nunmehr unter „Voith Hydro“. Die Gesellschafteranteile der Joint-Venture-Partner Voith (65%) und Siemens (35%) bleiben unverändert.

Zusammenarbeit mit Hochschulen ausgebaut
Traditionell arbeitet Voith Hydro eng mit Universitäten und Hochschulen zusammen. Im Berichtszeitraum wurde eine enge Kooperation mit dem Institut für Thermodynamik und Energiewandlung der TU Wien/Österreich vereinbart. Voith Hydro finanziert langfristig zwei Assistenzstellen, die am Institut die Grundlagenforschung an Turbinen vorantreiben. Gemeinsam mit dem Institut für Fluid- und Thermodynamik der Universität Siegen/Deutschland wurde ein Prüfstand für Wells-Turbinen in Betrieb genommen. Hier wird am Schallemissionsverhalten des Turbinentyps geforscht, der vor allem in Wellenkraftwerken zum Einsatz kommt.